Wo fange ich an? Am besten in meiner Kindheit. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, habe in meinen jungen Jahren viel von Gott erfahren. Ich erinnere mich noch an die CDs, die ich mit meinem Bruder zum Einschlafen über seine Sound-Anlage gehört habe. Geschichten aus dem Alten Testament der Bibel, das tosende Geräusch der zerbrechenden Mauern Jerichos ist tief in meinem Gedächtnis verankert.
Ich habe schon sehr früh in meiner kindlichen Art verstanden, wer Jesus ist, doch ich war mit Ungerechtigkeit in der Erziehung konfrontiert, die der Feind für sich gebraucht hat, um Hass in meinem Herzen zu säen. Einen Hass, der mich – wie sich später herausstellte – tief in die Finsternis führen sollte und den Zugang meiner Eltern mir gegenüber versperrte. Ich möchte niemanden in ein schlechtes Licht rücken, lediglich meine Geschichte aus der Sicht Gottes beleuchten. Ich selbst habe mich schon sehr früh schuldiger gemacht als so manch anderer. Ich habe andere Kinder gemobbt und emotional verletzt. Mein Gewissen hat damals schon zu mir gesprochen, doch ich wollte es nicht hören.
In meiner Jugend habe ich viel Zeit mit Computerspielen verbracht, als ich vom Gymnasium in die HTL wechselte, kam zuerst Alkohol zum Computerspielen dazu. Unter der Woche fortzugehen war gang und gäbe. Beim Fortgehen bin ich mit Gras in Berührung gekommen. Gras schien mir die optimale Droge zu sein, kaum Nebenwirkungen und keine Kopfschmerzen nach dem Konsum. So begannen meine damaligen Freunde und ich zu rauchen. Zuerst konsumierten wir ein paar Mal in der Woche, später jeden Tag. Irgendwann war für mich klar, dass wir einen guten Kontakt brauchen, um qualitatives Marihuana zu bekommen. Nach dem Erhalt der ersten Pakete, fühlte ich Überlegenheit und Hochmut in mir. Diese süchtig machenden Gefühle hielten aber nicht lange an, denn so schnell die Ware gekommen war, ging sie auch wieder. Für mich war ab diesem Zeitpunkt klar, dass ich mit dem Verkauf von Gras so viel Geld wie möglich verdienen möchte und alles tun werde, um meinem Ziel näher zu kommen. So begann der Weg in Unterwelt.
Über eine Freundin lernte ich meinen Kontaktmann kennen, der mich mit genügend Ware versorgen sollte. Ich war mit der Qualität zufrieden, nebenbei wurden auch andere Substanzen interessanter als Cannabis. Eine Erfahrung mit Fentanyl-Pflaster blieb mir bis heute in Erinnerung: Ich war als Mitfahrer in einem Auto unterwegs, das Pflaster klebte auf meinem Rücken und obendrein konsumierte ich Gras, als ich plötzlich keine Luft mehr bekam, dachte ich sterben zu müssen, doch diesem Gedanken begegnete ich durch den Drogenrausch mit Gleichgültigkeit. Zu Sterben war für mich irgendwo in Ordnung, denn tief in meinem Inneren hegte ich den Wunsch den Tod bald sehen zu können. Die Atmung setzte wieder ein, ich selbst habe nicht wirklich realisiert, was zu diesem Zeitpunkt passierte.
Im Verlauf der Zeit bin ich meinen kriminellen Idolen immer ähnlicher geworden, jedoch war das nicht genug, ich wollte immer mehr, mehr Drogen, mehr Geld und mehr Einfluss. Der Hass – den ich anfangs erwähnt habe – wurde immer schlimmer und hat mich zu etwas werden lassen, das ich nicht im Spiegel ansehen konnte. Mein Kontaktmann hat diesen Hass und meine Anfälligkeit für Manipulation erkannt und ausgenutzt. Wir haben beispielsweise Gespräche geführt, in denen er mich mehrere Male gefragt hat, ob ich für ihn töten würde. Ich antwortete: „Ja, werde ich.“ Einer von vielen Manipulationsversuchen, der dazu führen sollte, mich gehorsam zu machen.
Eines Tages habe ich einen Fehler gemacht, für den ich bestraft werden sollte. Ich habe von meinem Kontaktmann einen Anruf bekommen, in dem es darum ging, welche Strafe ich für mein Vergehen bekommen soll. Ich entschied mich für ein Brandmal, um meinen Weg für immer zu besiegeln, und mir selbst damit zeige, dass ich es ernst meine. Gott sei Dank, kam es nie zu diesem Mal, da es in Vergessenheit geriet und nicht mehr angesprochen wurde. Die Entschlossenheit ein einflussreicher Mann in der Unterwelt zu werden, blieb jedoch weiterhin bestehen.
Mein Kontaktmann hat sich selbst für ein „höheres Wesen“ gehalten, er führte mich nach und nach ich die Welt des Okkulten ein. Er zeigte mir, was es mit Auren auf sich hat, wie man sein drittes Auge öffnet und wie man Sternzeichen richtig deutet.Als ich mich mit diesen Themen befasste, wurde ich immer sonderbarer. Beispielsweise habe ich die Persönlichkeiten der Menschen als dunkle Gestalten gesehen, einmal hatte ich eine Vision über die Zukunft und viele andere Dinge ereigneten sich, die aber in dieser kurzen Geschichte keinen Platz haben.
Zur besagten Zeit hatte mein Kontaktmann einen Deal mit einem Drogenkurier der tschechischen Mafia über mehrere Kilos Marihuana ausgehandelt. Zuvor wurde er schon mit einer Rolex-Uhr belohnt, damit er sich ihnen gegenüber verpflichtet fühlt. Als ihm die Ware übergeben wurde, musste er feststellen, dass sich Schimmel und Reste von Wandputz auf ihr befanden, weil der Keller, in dem die Ware lag, überschwemmt wurde. Auf den Blüten war kein THC mehr und man konnte durch sie nicht berauscht werden. Hm, wenn man diese großen Mengen Cannabis einfach so zurückgeben könnte, hätte man keine Probleme gehabt. Leider war das nicht möglich und wir wurden gezwungen die Ware zu verkaufen, weil sie damit drohten meinen Kontaktmann umzubringen, wenn er das Geld nicht ranschaffen würde. Unter diesem Druck stehend, habe ich viele Leute betrogen. Schlussendlich konnten wir das Geld aber sammeln und die Schulden bezahlen. Eigentlich sollte dieser Deal das Sprungbrett ins große Geschäft sein, doch Gott hatte einen anderen Plan für mich.
Nach diesem Ereignis distanzierte ich mich von meinem Kontaktmann, weil ich von unserer Beziehung nicht mehr profitieren konnte. So suchte ich nach jemand anderen, der mir größere Mengen Cannabis liefern kann. Einen Kontakt hatte ich noch, mit dem ich Verbindung trat. Wir hatten einen großen Deal, da das Gras nicht qualitativ war, entschied ich mich das Geschäft vorrübergehend sein zu lassen und widmete mich anderen Dingen.
Mein geistig und körperlich schwerstens beeinträchtigter Bruder war der Grund, warum ich eine Ausbildung im sozialen Bereich begann. So manche Menschen würden denken, dass er unwertes Leben gewesen wäre und zu nichts nutze. Für mich war er viel mehr. Ich sah ihn als ein Geschenk, weil er und alle anderen beeinträchtigten Menschen den Hass in meinen Herzen verdrängten. Ihre Anwesenheit war innerlich erfüllend, außerdem erinnerten sie mich daran, dass es in diesem Leben um etwas anderes geht als Karriere oder Reichtum. Erst später wurde mir bewusst, dass Gott meinen Bruder dazu benützt hat, um mich zu ihm zu führen.
Als ich meine Ausbildung in der Caritas-Schule startete, machte ich Bekanntschaft mit einem anderen Christen. Anfangs habe ich nicht gewusst, dass er Jesus kennt, doch sein natürliches und gesundes Wesen hat meine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Er war einfach anders als die anderen. In der Ausbildungsstätte bekamen wir oftmals verschiedene Arbeitsaufträge, wir machten unsere gemeinsam und sprachen miteinander. Er fragte, ob er mich eines Tages besuchen könne. Ich willigte ein. Bei seinem Besuch sprachen wir darüber, was Jesus Christus am Kreuz für den Menschen getan hat. Nach dem Gespräch segnete er mich und ich gab mein Leben Jesus. Die Last meiner Sünden, die ich durch all diese Vergehen lange mit mir getragen habe, war auf einmal weg.
Nach meiner Bekehrung stürzte ich immer wieder, doch Jesus hat mir jedes Mal aufs Neue seine Hand ausgestreckt, mir aufgeholfen und durch viele Ereignisse gezeigt, dass nur er allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und niemand zum Vater in die Ewigkeit kommt, als nur durch ihn (Joh. 14,6). Die Dinge dieser Welt werden dein Herz nie erfüllen können, weil wir die Ewigkeit im Herzen tragen. Wie soll also Vergängliches Ewiges füllen? Diejenigen unter euch, die Jesus nicht kennen, bitte ich darum mit Wahrheit im Herzen zu ihm zu beten in euer Leben zu kommen. Er wird euch in eurer Aufrichtigkeit hören. Dieser Wanderprediger hat vor 2000 Jahren die Wahrheit gesagt, er ist der Sohn Gottes und Gott hat seinen einzigen Sohn gegeben, damit jeder, der an ihn glaubt ewiges Leben erhält (Joh. 3,16). Ob du meinen Worten Glauben schenkst, bleibt dir überlassen. Gott hat dir nicht ohne Grund einen freien Willen gegeben.
Zum Schluss möchte ich noch klar darstellen, was Jesus seither in meinem Leben bewirkt hat: Mittlerweile bin ich frei von Süchten, frei von dieser riesigen Schuld und frei von suizidalem Verhalten. Meine Psyche ist geheilt, viele zerrüttete Beziehungen wurden ins Reine gebracht und mein Herz ist voll von der Liebe, die Jesus ans Kreuz gebracht hat. Mehr brauche ich nicht, keine Anerkennung, keinen Reichtum, keine Reichweite, nur ihn in meinem Leben.

Schreibe einen Kommentar